Das „Begleitete Fahren ab 17“ (BF17) ermöglicht es Jugendlichen in Deutschland, bereits vor dem 18. Geburtstag erste praktische Fahrerfahrungen im Straßenverkehr zu sammeln. Ziel ist es, sicherer und routinierter in die spätere, selbstständige Fahrpraxis zu starten.
Um am begleiteten Fahren teilnehmen zu können, muss die Fahrschülerin oder der Fahrschüler mindestens 16,5 Jahre alt sein. Außerdem ist die Zustimmung der Erziehungsberechtigten erforderlich. Die Begleitpersonen müssen mindestens 30 Jahre alt sein, seit mindestens fünf Jahren einen gültigen Führerschein der Klasse B besitzen und dürfen maximal einen Punkt im Fahreignungsregister haben.


Der Ablauf beginnt wie bei der regulären Führerscheinausbildung. Zunächst erfolgt die Anmeldung in einer Fahrschule. Dort werden die theoretischen Inhalte vermittelt, die mit einer Theorieprüfung abgeschlossen werden müssen. Parallel oder anschließend findet die praktische Ausbildung statt, in der das sichere Führen eines Fahrzeugs Schritt für Schritt erlernt wird.
Sobald alle Prüfungen erfolgreich bestanden sind, wird die Prüfbescheinigung für das begleitete Fahren ausgestellt. Diese ersetzt den regulären Führerschein bis zum 18. Geburtstag und muss bei jeder Fahrt mitgeführt werden.
Während der Fahrten darf die Fahranfängerin oder der Fahranfänger nicht allein am Steuer sitzen. Es muss stets eine eingetragene Begleitperson im Fahrzeug sitzen. Diese hat die Aufgabe, beratend zur Seite zu stehen, darf jedoch nicht aktiv in das Fahrgeschehen eingreifen. Die Verantwortung für das sichere Fahren bleibt grundsätzlich beim Fahrenden.
Wichtig ist, dass die Begleitperson nüchtern ist und keine Sicherheitsrisiken entstehen. Verstöße gegen die Regeln können zum Entzug der Fahrerlaubnis auf Probe führen.

Mit dem 18. Geburtstag wird die Prüfbescheinigung automatisch durch den regulären Führerschein ersetzt. Ab diesem Zeitpunkt darf ohne Begleitung gefahren werden – idealerweise mit bereits gesammelter Fahrpraxis und mehr Sicherheit im Straßenverkehr.
BF17 ist ein bewährtes Konzept, das jungen Fahrerinnen und Fahrern einen sicheren Einstieg in die Mobilität ermöglicht. Durch die zusätzliche Fahrpraxis mit Begleitung wird die Unfallgefahr reduziert und das Vertrauen im Straßenverkehr gestärkt.